Natur und Umwelt

Die Ausbauplanungen für den Rhein-Ruhr-Express betreffen eine bestehende Strecke in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete in ganz Deutschland. Doch selbstverständlich gibt es auch hier in vielfacher Weise Berührungspunkte mit Umwelt und Natur. Dazu zählen neben den Auswirkungen auf die Anwohner, z.B. beim Thema Schallschutz, auch mögliche Auswirkungen auf Flora und Fauna sowie auf unbelebte Umweltfaktoren wie z.B. Boden, Wasser und Luft.

Der Schutz von Umwelt und Natur spielt daher bei jedem großen Infrastrukturprojekt der Deutschen Bahn eine bedeutende Rolle. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben wird vieles dafür unternommen, um Eingriffe in die Umwelt zu minimieren. Außerdem werden unvermeidliche Eingriffe kompensiert und Tier- und Pflanzenarten geschützt, die an und auf Eisenbahnstrecken heimisch sind, beispielsweise die Zauneidechse.

Rechtlicher Rahmen des Umweltschutzes bei Infrastrukturprojekten

Bei der Planung großer Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn werden die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes und des Umwelt-Leitfadens des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) sowie weitere Gesetze und Richtlinien beachtet. So müssen bei der Projektplanung beispielsweise die EU-Richtlinie Fauna-Flora-Habitat (FFH) sowie die EU-Richtlinie zum Vogel- und zum speziellen Artenschutz eingehalten werden.

Bereits in den ersten Planungsphasen spielt der Umwelt- und Naturschutz eine wesentliche Rolle: Die Grundlage der vorbereitenden Planungen bildet die gesetzlich geregelte Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Diese stellt sicher, dass die Auswirkungen eines Vorhabens auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Boden, Klima, Luft, Landschaft sowie Kultur- und Sachgüter umfassend ermittelt, analysiert und bewertet werden. Auf Basis der Prüfungsergebnisse erarbeitet die Bahn den so genannten Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP). Hier werden die Eingriffe in Umwelt und Natur detailliert erfasst und in ihrer Wirkung beurteilt. Außerdem werden konkrete Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung oder Kompensation von Eingriffen genannt. Einige Maßnahmen, beispielsweise zum Artenschutz, werden bereits vor Baubeginn realisiert. Hierzu können unter anderem die Einrichtung von Ersatzbiotopen sowie die Umsiedlung gefährdeter Arten zählen.

Um die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen sicherzustellen, erfolgt eine umweltfachliche Bauüberwachung. Zu deren zentralen Aufgaben gehört es, dafür Sorge zu tragen, dass die Planungen sowie die Gesetze und Pflichten eingehalten werden, damit die im LBP bilanzierten Eingriffe nicht vergrößert werden.