PFA 2.0: Düsseldorf-Hellerhof–Düsseldorf-Reisholz

Im Rahmen des Projektes RRX ist geplant, die Strecke zwischen Düsseldorf-Benrath und der Stadtgrenze Düsseldorf/Duisburg durchgängig auf sechs Gleise auszubauen.  

Zwischen Köln und Benrath werden der RRX und der Fernverkehr auf einer gemeinsamen Strecke geführt. Zwischen Düsseldorf-Benrath und Duisburg Hauptbahnhof benötigen sie jedoch separate, eigene Gleise, damit der Fernverkehr den RRX überholen kann. Die Züge des Fernverkehrs sind schneller und halten an weniger Stationen als der RRX. Bisher teilen sich Regionalexpress und Fernverkehr die Gleise, wodurch sie sich heute im Verspätungsfall behindern und keine Überholungen möglich sind. Außerdem kann die Strecke keinen zusätzlichen Verkehr mehr aufnehmen, da sie sich an ihrer Kapazitätsgrenze befindet.  

 Durch den Bau der erweiterten Infrastruktur, kann im Kernkorridor zwischen Köln und Dortmund eine deutlich verbesserte und vor allem zuverlässigere Verkehrsleistung angeboten werden. So kann der RRX nach Ausbau der Infrastruktur in einem 15-Minuten Takt verkehren, ergänzt um weitere Linien des Regionalverkehrs zwischen Düsseldorf und Duisburg.

Geplante Maßnahmen

Der Baubereich des PFA 2.0 beginnt auf Höhe der Kreuzung zwischen der Frankfurter Straße (B 8) und der Bahnstrecke Köln–Düsseldorf. In diesem Bereich verkehrt der RRX zu­sammen mit dem Fernverkehr auf der Fernbahn. Um ausreichend Platz für die eigenständige RRX-Trasse zu schaffen, muss die Lage der beiden Fernbahngleise in diesem Bereich angepasst werden. Durch den Einbau von Weichen in Höhe der Hildener Straße, fädelt die RRX-Strecke kurz vor dem Bahnhof Benrath aus der Fernbahn aus. Der sechsgleisige Ausbau beginnt demnach in Höhe der Hildener Straße. Diese Gleiserweiterung erfordert den Neubau eines RRX-Bahnsteiges am Gleis 1/2 in Düsseldorf-Benrath. Damit zusammenhängend ist ein Umbau des östlichen Bahnhofsumfelds notwendig.

Ab Düsseldorf-Reisholz müssen die beiden neuen RRX-Gleise auf der westlichen Seite geführt werden. Hierfür ist in Düsseldorf-Reisholz die Errichtung eines Kreuzungsbauwerkes erforderlich, damit die RRX-Züge die Gleise der Fernbahn und S-Bahn kreuzen können, ohne den Verkehr zu behindern. Welche Variante des Kreuzungsbauwerkes gebaut wird (Hoch- oder Tieflage) steht derzeit noch nicht fest. Hierzu müssen die einzelnen Varianten noch detaillierter untersucht werden. Die Meinung der Bürger aus dem Bürger- und Onlinedialog fließen hier selbstverständlich mit ein. Wenn alle wesentlichen Details untersucht wurden kann eine Vorzugsvariante festgelegt werden. Für diese wird die Genehmigungsplanung durchgeführt und beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens und mit Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses legt das EBA, nach Abwägung aller Kriterien, fest, wie das Bauwerk auszuführen ist.

Zwischen dem 15. März und dem 15. April 2019 fand eine Onlinekonsultation zum Kreuzungsbauwerk in Reisholz und zum Ausbau in Benrath statt. Hier können Sie alle Kommentare nachlesen: https://www.dialog-pfa20.rheinruhrexpress.de/

An der südlichen Ein- und Ausfahrt des Bahnhofs Reisholz muss die S-Bahn-Strecke verlegt werden, um Platz für ein zusätzliches mittig zwi­schen den S-Bahn-Gleisen liegendes Puffergleis für den Güterverkehr zu schaffen. Hier können zukünftig Güter­züge auf die Ein- und Ausfahrt in den Güterbahnhof Reisholz warten, ohne den S-Bahn-Verkehr zu behindern. Auch nach Umsetzung der Maßnahmen werden auf dieser Strecke weiterhin lediglich vereinzelt lokale Güterzüge verkehren.  

Die umfangreichen Umbaumaßnahmen in diesem Bereich führen darüber hinaus zu einem Neubau der S-Bahn-Station Düsseldorf-Reisholz. Die S-Bahn-Station erhält mit einem neuen Aufzug einen barrierefreien Zugang über die Henkelstraße.

Nördlich des Bahnhofs Reisholz wird der sechsgleisige Ausbau weitergeführt. Hier muss nur ein zusätzliches Gleis für den RRX auf der Westseite der bestehenden Eisenbahntrasse errichtet werden, da hier ein bereits bestehendes Güterzuggleis genutzt werden kann, sodass dem RRX auch hier zwei eigene Gleise zur Verfügung stehen.

Durch den Umbau und die Erweiterung der Gleisanlage ist eine Erweiterung beziehungsweise der Neubau verschiedener Eisenbahnbrücken erforderlich: Weg am Krügerpark, Henkelstraße, Bamberger Straße, Paulsmühlenstraße, Itterbach, Forststraße und Hildener Straße. 

Karte mit den Baumaßnahmen im PFA 2.0
Die Baumaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 2.0 im Überblick (für vergrößerte Darstellung auf Karte klicken)
Schallschutzmaßnahmen

Im PFA 2.0 wird die Schalltechnische Untersuchung im Rahmen der anstehenden Planungsphase erstellt. Grundsätzlich kommt hier jedoch eine Kombination aus aktivem und passivem Schallschutz zum Einsatz, da durch den Ausbau die Voraussetzungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für Lärmvorsorgemaßnahmen erfüllt sind.