Fragen und Antworten Duisburg PFA 3.2a

Fragen & Antworten aus der Bürgerinformation vom 23. März 2021

Am 23. März 2021 fand eine digitale Bürgerinformation für alle interessierten Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Bereich Duisburg Schlenk bis Duisburg Hbf statt. Hier haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten aus der Veranstaltung für Sie zusammengefasst.

Allgemeine Fragen

Wie sieht der Zeitplan für den Duisburger Abschnitt PFA 3.2a aus?

Wir haben neben den Infrastrukturmaßnahmen an der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg die Wedauer Kurve in das RRX-Projekt aufgenommen. Über diese ausgebaute Kurve, die an der Kruppstraße auf die Güterzugstrecke trifft, können Züge von Duisburg Hauptbahnhof über die Güterstrecke Duisburg-Wedau nach Düsseldorf umgeleitet werden. Hierdurch können wir schneller an der Hauptstrecke bauen. Die Kurve Wedau ist auch ein erster Schritt für den späteren Ausbau der Ratinger Weststrecke.

Wir planen die Unterlagen für den Abschnitt im nächsten Jahr beim Eisenbahnbundesamt einzureichen und damit das offizielle Planfeststellungsverfahren zu starten. Was wir bisher machen, ist die frühzeitige Bürgerbeteiligung, bei der es darum geht, Ideen und Anregungen aufzunehmen.

Nach dem Planfeststellungsbeschluss, also der Baugenehmigung, benötigen wir einen Vorlauf von drei Jahren bis zum Baubeginn. Diese Zeit wird gebraucht, um die Baumaßnahmen mit den notwendigen Sperrzeiten zu planen. Wenn alles optimal läuft, können wir voraussichtlich 2027 oder 2028 anfangen zu bauen, allerdings hängt das von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Bedeutet der sechsgleisige Ausbau, dass zukünftig acht Linien pro Stunde fahren?

Ja, das ist das Zukunftsmodell. Bisher fahren sieben Linien, es kommt eine Linie dazu.

Warum ist das zusätzliche Gleis nicht innenliegend geplant?

Es wurden verschiedene Varianten geprüft mit dem Ziel, auf dem Grundstück der Deutschen Bahn zu bleiben und so wenig Flächen Dritter wie möglich zu nutzen. Aus betrieblichen Gründen war ein innenliegendes Gleis nicht möglich bzw. hätte zu großen Anpassungen geführt, die mehr Platz gekostet hätten.

Wie lange werden die Züge die Umleitungsstrecke über Ratingen nutzen?

Die Umleitung wird voraussichtlich zwei Jahre genutzt. In dieser Zeit wird es dort nur Personenverkehr geben. Der Güterverkehr wird großräumig auf andere Strecken ausweichen. Dadurch wird die Lärmbelastung für die Anwohner:innen verringert.

Welche Kleingärten sind betroffen?

Bei den Kleingartenanlagen entlang der Wegnerstraße wird ein Streifen von ca. drei bis vier Metern betroffen sein. Im Bereich der Kurve Wedau sind weitere Kleingärten betroffen. Kleingärtner:innen, die wissen möchten, ob ihr Kleingarten dazu gehört, werden gebeten, mit der DB Kontakt aufzunehmen.

Wer zahlt das Projekt und was kostet es?

Der Infrastrukturausbau für den RRX wird zu fast 100 Prozent durch Bundesmittel finanziert. Die Kosten können erst verlässlich geschätzt werden, wenn in allen Bauabschnitten Baurecht besteht.

Fragen zur technischen Planung

Wird der S-Bahn-Verkehr am Haltepunkt Schlenk während der Baumaßnahmen eingeschränkt?

Das ist möglich. Hier wird ein sechstes Gleis verlegt und die Brücke über die Straße „Im Schlenk“ wird im Rahmen des PFA 3.2 erneuert und erweitert. Wir befinden uns aber noch in einer sehr frühen Planungsphase, so dass noch keine detaillierten Bauablaufpläne vorliegen und wir erst später über mögliche Einschränkungen Auskunft geben können. Wir informieren in jedem Fall rechtzeitig, wenn es Schienenersatzverkehr gibt.

Wie ist der grobe Bauablauf?

Zunächst wird die Wedauer Kurve gebaut, um den Personenverkehr umleiten zu können. Dann erst werden die Baumaßnahmen auf der RRX-Strecke begonnen.

Ist der Deutschlandtakt bei den Planungen für den RRX berücksichtigt?

Ja, der Deutschlandtakt ist auf der gesamten Strecke mit Ausnahme des Abschnitts Dortmund berücksichtigt. In Dortmund werden zurzeit noch Veränderungen an der Planung geprüft, die sich aus dem Deutschlandtakt ergeben.

Fragen zum Schallschutz und Erschütterungen

Gibt es ein aktuelles Schallschutzgutachten?

Ein erstes Schallschutzgutachten wurde 2016 erstellt. Wegen der Erweiterung des PFA 3.2a um die Kurve Wedau wurde ein komplett neues Schallgutachten für den gesamten PFA notwendig. Wir rechnen damit, dass das Schallgutachten im Herbst 2021 vorliegt und können dann gerne auf Nachfrage Informationen, auch zu einzelnen Gebäuden, herausgeben. Melden Sie sich am besten per Mail: rrx@deutschebahn.com.

Wird es passiven Schallschutz geben?

Generell haben aktive Schallschutzmaßnahmen (Schallschutzwände, besonders überwachtes Gleis) Vorrang vor passivem Schallschutz (Schallschutzfenster, Belüftung etc.). Der passive Schallschutz kommt erst dann in Frage, wenn die aktiven Schallschutzmaßnahmen nicht ausreichen, um die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einzuhalten oder nicht umsetzbar oder unverhältnismäßig sind. Je näher die Bebauung an der Trasse liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Anspruch auf passiven Schallschutz „dem Grunde nach“ gegeben sein kann.

Wie werden die Schallschutzwände aussehen?

Es werden hoch absorbierende Schallschutzwände gebaut. Die Höhe der Wände legt das Schallgutachten bzw. der Planfeststellungsbeschluss fest. Die Gestaltung der Schallschutzwände wird mit der Stadtverwaltung Duisburg abgestimmt. Dies wird jedoch erst in einer späteren Planungsphase passieren.

Können transparente Schallschutzwände eingesetzt werden?

Der Einsatz von transparenten Elementen muss für den Einzelfall geprüft werden, da es derzeit keine zugelassenen, transparenten Elemente gibt, die gleichzeitig hoch absorbierend sind. Wenn eine geplante Schallschutzwand sehr nah an bestehender Bebauung liegt, kann der Einsatz transparenter Elemente gerechtfertigt sein. Allerdings muss schalltechnisch geprüft werden, ob durch Schallreflexionen negative Auswirkungen auf andere Gebäude ausgeschlossen werden können. Wenn Sie transparente Wände wünschen, schreiben Sie uns gerne an. Es besteht auch die Möglichkeit im Rahmen des Anhörungsverfahrens eine entsprechende Einwendung einzureichen.

Welche Gebäude werden in die Berechnung im Schallgutachten einbezogen?

Für das Schallgutachten wird in der Regel ein festgelegter Korridor entlang der Trasse untersucht. Es werden alle Gebäude des aktuellen Bebauungsplans erfasst. Wenn sich Ihr Gebäude auf den Plänen im Schallgutachten wiederfindet, dann wurde Ihr Gebäude berechnet und die genauen Werte lassen sich aus den Ergebnistabellen ablesen. Sollte ein Gebäude oder eine Etage aufgrund eines Fehlers oder einer Bebauungsänderung fehlen, schreiben Sie uns bitte an.

Welche Schallschutzmaßnahmen sind im Bereich der Kurve Wedau geplant?

Für den Bereich der Wedauer Kurve ist das Schallgutachten derzeit in Arbeit. Die Ergebnisse des Gutachtens werden im Herbst dieses Jahrs erwartet. Erst dann können gesicherte Aussagen über die Schallschutzmaßnahmen in diesem Bereich gemacht werden. In der Regel kommt eine Kombination von aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen zum Einsatz.

Wann kann mit dem Erschütterungsgutachten gerechnet werden?

Das Erschütterungsgutachten wird derzeit erstellt. Wir rechnen Ende des Jahres mit den Ergebnissen.

In unserem Gebäude verursachen vorbeifahrende Züge Erschütterungen. In der Bauphase und später wird es wohl mehr Erschütterungen geben. Wie wird das gelöst?

Man muss zwischen betriebsbedingten und baubedingten Erschütterungen unterscheiden. Zu den betriebsbedingten Erschütterungen, also den Erschütterungen aus dem Eisenbahnverkehr, wird eine erschütterungstechnische Untersuchung erstellt, in der Maßnahmen definiert werden, um die Erschütterungssituation nicht zu verschlechtern. Für das Gutachten werden an bestimmten Gebäuden im Ausbaubereich Messungen durchgeführt, um die aktuelle Situation zu erfasssen. Für den prognostizierten Zugverkehr nach dem Ausbau der Strecke wird dann berechnet, wie sich die Erschütterungen verändern würden. Erhöhen sie sich relevant, werden Maßnahmen dagegen festgelegt, z. B. spezielle Gummimatten unter den Schwellen (besohlte Schwellen).

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