Elektronisches Stellwerk Düsseldorf

Foto: DB AG/Max Lautenschläger

Leistungsfähiges Stellwerk für den Rhein-Ruhr-Express

In Düsseldorf wird im Rahmen des Streckenausbaus für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) entstehen. Der gesamte Stellbereich (s. Grafik Stellbereich I und II) erstreckt sich auf eine Länge von 43 Kilometern: Er reicht von Leverkusen (Stadtgrenze Köln) bis Düsseldorf-Kalkum. Mit rund 2.000 Stelleinheiten (z. B. Weichen, Gleiskontakte und Gleissperren) wird das ESTW Düsseldorf eines der größten Stellwerke in Deutschland sein.

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Die neue Stellwerkstechnik wird gebraucht, weil die Strecke im Düsseldorfer Stadtgebiet für den RRX auf sechs Gleise erweitert wird. Den erhöhten Steuerungsbedarf für die zusätzlichen Gleise kann die vorhandene Signaltechnik nicht bewältigen.

Das ESTW Düsseldorf wird zukünftig neun Altstellwerke zwischen Leverkusen und Düsseldorf ablösen, die Steuerung erfolgt dann zentral aus dem Bedienstandort Düsseldorf. Der Bahnbetrieb kann so deutlich reibungsloser abgewickelt werden; bei Gleissperrungen - beispielsweise infolge von Bauarbeiten - können Züge schneller umgeleitet werden. Ein weiterer Vorteil: Die Gleisanlagen des Düsseldorfer Hauptbahnhofs werden künftig in zwei separate Stellbereiche aufgeteilt. So kann das Elektronische Stellwerk auch bei Ausfall eines Stellbereichs den Betrieb aufrechterhalten.

Nach Möglichkeit wird das neue Zugbeeinflussungssystem ETCS (s. unten) direkt mitgebaut, in anderen Fällen wird so gebaut, dass man später mit geringem Aufwand nachrüsten kann. Alle Züge des RRX sind ETCS-fähig und damit auf dem neuesten Stand der Technik. Die Hauptarbeiten am ESTW Düsseldorf beginnen 2021 in Düsseldorf-Reisholz.

ETCS: Signaltechnik mit deutlich höherer Leistung

Das „European Train Control System“ (Europäisches Zugbeeinflussungssystem für Zugsteuerung und Zugsicherung) ist ein europaweit standardisiertes System. Es sorgt dafür, dass sich in einem definierten Gleisabschnitt immer nur ein Zug befindet und ein nachfolgender Zug stets rechtzeitig abgebremst werden kann. Dazu ermittelt die ETCS-Streckenzentrale wichtige Streckendaten, wie z. B. die zulässige Höchstgeschwindigkeit, sowie den nächsten Punkt, an dem das Fahrzeug wieder stehen muss. An den Gleisen angebrachte Kontakte (sog. Balisen) übernehmen die Informationsübertragung von der Strecke auf den Zug. In den Zügen vergleicht der Bordcomputer die gefahrene Geschwindigkeit mit der vom ETCS übermittelten zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der Zielentfernung und bremst den Zug bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung automatisch ab. Der Lokführer erhält alle notwendigen Informationen über ein Display. Auch heute schon gibt es eine Zugsteuerungstechnik, die allerdings mit Kabeln im Boden arbeitet und nicht länderübergreifend funktioniert.

Foto: Getty Images/Westend61

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