Landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP)

Im Rahmen der Landschaftspflegerischen Begleitplanung sind zahlreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen, die unvermeidliche Eingriffe in Natur und Landschaft kompensieren sollen. Zur Kompensation werden sowohl Flächen in Trassennähe als auch trassenferne Flächen für entsprechende Maßnahmen genutzt. Im Nahbereich der Strecke beziehen sich die geplanten Maßnahmen vorwiegend auf die Wiederherstellung und Aufwertung von bauzeitlich beanspruchten Flächen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden artenschutzrechtliche Vermeidungsmaßnahmen wie Überflughilfen oder Biotopentwicklung für Tierarten wie Vögel, Fledermäuse oder Amphibien. In trassenfernen Gebieten sind als Kompensationsmaßnahmen unter anderem Aufforstungen oder gezielte Entwicklungsmaßnahmen im Wald (Waldentwicklung und Waldrandunterpflanzung) sowie Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung oder Biotopentwicklung vorgesehen.

Bei den Planungen der Kompensationsmaßnahmen ist die Deutsche Bahn besonders bemüht, private Flächen möglichst nicht in Anspruch zu nehmen. Die Maßnahmen sollen bevorzugt auf Flächen der öffentlichen Hand errichtet werden und im Zusammenhang mit den Zielsetzungen der jeweiligen Landschaftspläne stehen oder im Rahmen von Ökokonten umgesetzt werden.

Einzelne Maßnahmen im Rahmen des LBP

Am Beispiel des Ausbaubereichs Leverkusen sind nachfolgend einige konkrete Maßnahmen des LBP, die geplant oder umgesetzt wurden, dargestellt:

  • Es erfolgt ein ständiger Austausch zwischen der Infrastrukturplanung und dem LBP-Büro mit dem Ziel, die Beeinträchtigungen auch für die Natur und Umwelt möglichst zu minimieren. Auch bei der späteren Realisierung wird der Natur- und Umweltschutz im Rahmen der ökologischen Baubegleitung unter Zuhilfenahme von spezialisierten Büros begleitet.
  • Im Zuge der Planung erfolgten Abstimmungen mit der höheren und unteren Landschaftsbehörde. Zuletzt wurde die LBP-Planung dem Beirat Umwelt und Naturschutz Leverkusen im April 2016 vorgestellt.
  • Es gab (erstmalig in 2008) Kartierungen, bei denen die LBP-Experten, häufig nachts, den Bestand der einzelnen Tiergruppen aufgezeichnet haben. Dabei konnten beispielsweise in Leverkusen 40 Vogelarten und fünf Fledermausarten nachgewiesen werden.
  • Im Rahmen des LBP ist auch die Entsiegelung von Flächen vorgesehen. So werden bisher versiegelte Flächen, die nach Abschluss der Baumaßnahme nicht mehr in ihrer derzeitigen Nutzung benötigt werden, entsiegelt und einer neuen, umweltfachlich dauerhaft höherwertigen Nutzung zugeführt.
  • Im PFA 1.2 gibt es insgesamt 2,54 ha Ausgleichsmaßnahmen, 2,83 ha Ersatzmaßnahmen und 0,5 ha Gestaltungsmaßnahmen auf Bahnflächen (Stand 06/2016).
  • Die geplanten Maßnahmen dauern bis zu 30 Jahre.