Leverkusen

PFA 1.2 Leverkusen

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Im gesamten Bereich zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf-Benrath soll die Strecke für den RRX auf vier Gleise ausgebaut werden. Während die Strecke für den Fernverkehr heute bereits zweigleisig ausgelegt ist, verläuft die S-Bahn auf dem Stadtgebiet Leverkusen und Langenfeld teilweise nur eingleisig und kann keine weiteren Verkehre mehr aufnehmen. Der Ausbau von zwei der heutigen vier eingleisigen Engpässe (Leverkusen, Langenfeld, Höseler Tunnel (Ratingen), Stadtwald-Tunnel (Essen)) der Linie S 6 von Köln nach Essen wird auch zur Verbesserung der Pünktlichkeit dieser Linie beitragen.

Geplante Maßnahmen

Im Streckenbereich zwischen Chempark und Leverkusen-Küppersteg werden die S-Bahn-Gleise auf einer Länge von rund drei Kilometern durchgängig zweigleisig ausgebaut. In Leverkusen Mitte wird im Zuge dieses Ausbaus das bisherige Empfangsgebäude abgebrochen und ein neuer S-Bahn-Bahnsteig errichtet.

Der bisherige S-Bahn-Außenbahnsteig wird zum Mittelbahnsteig umgebaut. Die neue Station wird mit drei neuen Aufzügen ausgestattet. Parallel laufen mit der Stadt Leverkusen Abstimmungen zu einer optimalen Gestaltung der Umgebung des Bahnhofs. Bis zum Beginn der Arbeiten für den RRX errichtet die Stadt Leverkusen den ersten Teil eines neuen Busbahnhofs, da die heutigen Flächen teilweise für den Ausbau benötigt werden. Nach Abschluss der RRX-Bauarbeiten erfolgt dann die Erweiterung des Busbahnhofs um die direkt an die zukünftige Bahntrasse angrenzende Fläche.

Ein zusätzlicher Bauabschnitt beginnt nördlich des S-Bahn-Haltepunkts Leverkusen-Rheindorf und geht über in den PFA 1.3. Auch in diesem Bereich wird die S-Bahn auf durchgängig zwei Gleise ausgebaut. Insgesamt müssen im Stadtgebiet Leverkusen unter anderem zehn Brückenbauwerke erweitert werden.

Für den PFA 1.2 hat das Eisenbahn-Bundesamt im Oktober 2018 den Planfeststellungsbeschluss erlassen und damit die Baugenehmigung erteilt. Nach einer europaweiten Ausschreibung der Bauleistungen und weiteren Planungsschritten (Ausführungsplanung) kann voraussichtlich 2020 mit den ersten vorbereitenden Arbeiten begonnen werden. 

 

Karte mit den Baumaßnahmen im PFA 1.2
Die Baumaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 1.2 im Überblick (für vergrößerte Darstellung auf Karte klicken)
Schallschutzmaßnahmen

Im Planfeststellungsabschnitt 1.2 ist eine Kombination aus aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Es werden insgesamt 3.600 Meter Schallschutzwände mit einer Höhe von zwei bis sechs Metern gebaut. Außerdem kommt das sogenannte Besonders überwachte Gleis (BüG) auf einer Strecke von knapp drei Kilometern zum Einsatz. Das BüG ist beim Neu- und Ausbau von Schienenstrecken eine Maßnahme, die durch regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls gezieltes Schleifen der Schienen eine anerkannte und dokumentierte Lärmminderung von 3 dB(A) erbringt.

Im PFA 1.2 haben 60 Gebäude dem Grunde nach Anspruch auf passiven Schallschutz. Auch hier wird der tatsächliche Anspruch durch eine Wohnungsbegehung durch den Schallgutachter ermittelt und die geeigneten passiven Maßnahmen festgelegt.

In Teilbereichen der Baulücke sind bereits heute zwei Schallschutzwände – jeweils eine rechts und links der Trasse -  vorhanden. In der Baulücke  wird eine Wohneinheit hinsichtlich des Einsatzes passiver Maßnahmen überprüft. Teilbereiche der Baulücke sind ebenfalls im freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes enthalten.

Vorarbeiten in der Heinrich-von-Stephan-Straße am Bahnhof Leverkusen Mitte

Bevor es in Leverkusen ab 2020 richtig mit dem Ausbau losgehen kann, sind einige Vorarbeiten notwendig. Es müssen vor allem Leitungen verlegt werden, da viele Leitungen dort verlaufen, wo zukünftig das zweite Gleis für die S-Bahn entstehen soll.

Seit Mitte September 2019 laufen die Leitungsverlegungen im öffentlichen Bereich. Zunächst wird bis voraussichtlich Mitte November eine Spundwand direkt am Empfangsgebäude in Leverkusen Mitte in den Boden gebracht. Hierzu muss die Heinrich-von-Stephan Straße an dieser Stelle für den motorisierten Verkehr voll gesperrt werden. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt weiterhin ein Weg im Bereich der Heinrich-von-Stephan-Straße oder alternativ über den parallel zur Bundesstraße B8 verlaufenden Fuß- und Radweg erhalten. Alle Anlieger der Heinrich-von-Stephan Straße, z.B. das Arbeitsamt oder die Post sind weiterhin erreichbar. Auch der P&R Parkplatz kann angefahren werden. Der Fußgängerverkehr vom Bahnhof Richtung Stadt wird nur minimal eingeschränkt, da der Überweg sich um ein paar Meter verschiebt.

Darüber hinaus hat die Energieversorgung Leverkusen (EVL) am 30.09.2019 in der Heinrich-von-Stephan Straße mit weiteren Leitungsverlegungen begonnen. Hier ist ggfs. der Bürgersteig in kleinen Bereichen betroffen. Die Arbeiten finden aber überwiegend auf Privatgelände statt. Die Baustelle beginnt im Süden der Heinrich-von-Stephan-Straße im Bereich des Arbeitsamtes und wandert nach Norden zum Bahnhof. Die Arbeiten werden voraussichtlich Mitte März beendet sein.

Ab Mitte Januar wird die Open Grid Europe (OGE) dann mit der Verlegung einer Ferngasleitung beginnen. Für diese Arbeiten wird die Heinrich-von-Stephan-Straße in Teilbereichen komplett gesperrt. Alle Anlieger sind aber weiterhin erreichbar, da eine Einfahrt weiterhin möglich bleibt. Die Zufahrtsrichtung der Heinrich-von-Stephan-Straße wird sich aber je nach Baufortschritt ändern.