Das Projekt Rhein-Ruhr-Express

Aus- und Umbau der Schieneninfrastruktur für den Rhein-Ruhr-Express

Die Rhein-Ruhr-Region ist die bevölkerungsreichste Metropolregion Deutschlands und zählt zu den fünf größten Ballungsräumen Europas. Aufgrund der dichten Besiedlung und der Lage im zentralen europäischen Wirtschaftsraum ist Rhein-Ruhr auch ein herausragender Verkehrsknotenpunkt: Täglich bewegen sich hunderttausende Reisende und Pendler in Nordrhein-Westfalen. Auf das gesamte Jahr betrachtet sind rund 500 Millionen Menschen auf dem Schienenverkehrsnetz des einwohnerstärksten deutschen Bundeslandes unterwegs. Und das bei steigender Tendenz, denn das Bedürfnis nach Mobilität und somit auch das Verkehrsaufkommen steigen von Jahr zu Jahr.

Trotz der hohen Nachfrage können heute auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund nur wenige Direktverbindungen angeboten werden. Das heutige Regionalverkehrsangebot basiert auf Einzellinien im Stundentakt, die untereinander nicht vertaktet sind. Hier bietet sich der Schienenverkehr der Zukunft mit einem intelligenten Verkehrskonzept als Lösung an: der Rhein-Ruhr-Express (RRX). Das für Nordrhein-Westfalen bedeutendste Infrastrukturprojekt für Zuwachs im schienengebundenen Personenverkehr sieht vor, die Metropolregion mit sieben Linien des RRX zu vernetzen. Kernstrecke ist dabei die Achse Köln–Düsseldorf–Duisburg–Essen–Dortmund. Das Konzept des RRX berücksichtigt den integralen Taktfahrplan von Nordrhein-Westfalen und ermöglicht die von den Verkehrsverbünden in NRW vorgesehene Taktverdichtung im Kernkorridor. Nach Umsetzung aller Infrastrukturmaßnahmen ist auf der Strecke Köln über Duisburg nach Dortmund die Taktverdichtung auf einen 15-Minuten-Takt möglich.

Streckenkarte des Projekts Rhein-Ruhr-Express
Die RRX-Strecken im Überblick

Die Aufgabenteilung

Die Deutsche Bahn AG beziehungsweise ihre Infrastrukturtöchter DB Netz, DB Station&Service und DB Energie sind vom Bund mit der Umsetzung des notwendigen Ausbaus der Schieneninfrastruktur im Kernkorridor zwischen Köln und Dortmund beauftragt. Die notwendigen Anpassungen an den Stationen in den Außenästen liegen in der Verantwortung von DB Station&Service.

Der eigentliche Betrieb des RRX wird durch die nordrheinwestfälischen Zweckverbände Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), Nahverkehr Rheinland (NVR) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) in Zusammenarbeit mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund und dem SPNV-Nord aus Rheinland-Pfalz organisiert. Mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen wird das sogenannte „NRW-RRX-Modell“ umgesetzt. Hierbei wurden die von der SIEMENS AG entwickelten, produzierten und später auch Instand gehaltenen Fahrzeuge von den jeweiligen Zweckverbänden erworben. Diese stellen die Fahrzeuge dann als Eigentümer für den Betrieb bereit. Der Betrieb der Linien – für eine Dauer von 15 Jahren – wurde separat ausgeschrieben. Betreiber der neuen RRX-Linien sind zukünftig die Abellio Rail NRW GmbH sowie die National Express Rail GmbH. Mit Auslieferung der ersten Fahrzeuge zum Fahrplanwechsel 2018 beginnt der RRX Vorlaufbetrieb mit den neuen Betreibern. Da die RRX-Fahrzeuge erst nach und nach zur Verfügung stehen werden, sollen Abellio und National Express den Betrieb der einzelnen Linien ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 bis Ende 2020 gestaffelt aufnehmen.

Das vollständige Bedienkonzept mit dem 15-Minuten Takt ist jedoch erst mit der Fertigstellung der Infrastruktur möglich.

Auskunft zum Betriebskonzept sowie zu den neuen Fahrzeugen erhalten Sie unter www.rrx.de sowie auf den Seiten des VRR unter www.vrr.de.

Finanzierung

Das Infrastrukturprojekt Rhein-Ruhr-Express ist eine betrieblich notwendige und verkehrspolitisch gewünschte Maßnahme. Aufgrund seiner überregionalen Bedeutung ist der RRX ein Bedarfsplanvorhaben und wird im Wesentlichen mit Mitteln des Bundes gefördert. Planung und Realisierung der notwendigen Baumaßnahmen liegen in der Verantwortung der DB Netz AG.

Die Umbauten an den Stationen außerhalb des Kernkorridors liegen in der Verantwortung der DB Station&Service AG und werden mit Mitteln des Landes NRW gefördert.

Die Bestellung und Finanzierung der Betriebsleistung inklusive des Taktes und der Bedienzeiten bei den Betreibern des RRX erfolgt durch die Zweckverbände mit Landesmitteln.