Das Projekt Rhein-Ruhr-Express

Täglich bewegen sich hunderttausende Reisende und Pendler in Nordrhein-Westfalen. Das stärkste Verkehrsaufkommen gibt es rund um die Großstädte entlang der Rheinschiene und im Ruhrgebiet.

Auf das Jahr betrachtet sind rund 500 Millionen Fahrgäste auf dem Schienenverkehrsnetz des einwohnerstärksten Bundeslandes unterwegs. Und das bei steigender Tendenz, denn das Bedürfnis nach Mobilität steigt, die Pendelentfernungen nehmen zu. Aus umweltpolitischen Gründen wird eine stärkere Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene angestrebt.

Eisenbahnbrücken, Gleise, Weichen: Neue Infrastruktur für verbesserten Regionalverkehr

Das intelligente Verkehrskonzept des Rhein-Ruhr-Express zeigt neue Perspektiven auf. Es ist mit einem umfangreichen Um- und Ausbau der vorhandenen Bahninfrastruktur verbunden, so dass Fern- und Regionalverkehr größtenteils auf eigenen Trassen unterwegs sein werden. Dafür werden Haltepunkte und Bahnhöfen umgestaltet, neue Gleise errichtet und die Signaltechnik auf den neusten Stand gebracht.

Ein paar Zahlen zeigen, was gebaut wird:
• 84 km neue und umgebaute Gleise
• knapp 2.500 Meter neue Bahnsteige
• 45 km neue Schallschutzwände
• fast 40 neue und erweiterte Brücken
• rund 200 neu gebaute Weichen (gleichzeitig werden 116 nicht mehr benötigte Weichen zurückgebaut)

Der Streckenausbau ist dringend notwendig. Heute können auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund nur wenige Direktverbindungen angeboten werden. Der aktuelle Regionalverkehr basiert auf Einzellinien im Stundentakt, die nicht aufeinander abgestimmt werden können, weil die Infrastruktur die dafür nötigen Kapazitäten nicht hergibt. Die Planung sieht vor, dass die Rhein-Ruhr-Region zukünftig mit sieben Linien des RRX so vernetzt wird, dass nach Fertigstellung der ausgebauten Infrastruktur auf der Strecke Köln-Duisburg-Dortmund eine Taktverdichtung im 15-Minuten-Takt erfolgt. Die dichtere Zugfolge erweitert das Platzangebot deutlich und die höhere Zahl von Direktverbindungen verkürzt die Reisezeit.

Streckenkarte des Projekts Rhein-Ruhr-Express
Die RRX-Strecken im Überblick

Die Aufgabenteilung

Die Deutsche Bahn AG - mit ihren für die Infrastruktur zuständigen Tochtergesellschaften DB Netz AG, DB Station&Service AG und DB Energie GmbH - ist vom Bund mit dem notwendigen Ausbau der Bahninfrastruktur im Kernbereich zwischen Köln und Dortmund beauftragt. Anpassungen an den Stationen in den Außenästen (s. Karte) übernimmt DB Station&Service.

Der Zugverkehr des RRX wird durch die nordrhein-westfälischen Zweckverbände organisiert:
• Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR)
• Nahverkehr Rheinland (NVR)
• Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL).
Sie arbeiten mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund und dem SPNV-Nord aus Rheinland-Pfalz zusammen.

Die Fahrzeuge werden mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen über das sogenannte „NRW-RRX-Modell“ beschafft. Das Verfahren sieht vor, dass die Zweckverbände die Fahrzeuge erwerben, die von der SIEMENS AG entwickelt, produziert und Instand gehalten werden. Die Zweckverbände stellen die Züge dann als Eigentümer für den Betrieb bereit. Der Betrieb der Linien wurde separat ausgeschrieben – für eine Dauer von 15 Jahren. Betreiber der neuen RRX-Linien sind die Abellio Rail NRW GmbH sowie die National Express Rail GmbH.

Der Vorlaufbetrieb mit den neuen Fahrzeugen hat bereits 2018 begonnen. Bis Ende 2020 werden auf fünf Regionalexpress-Linien RRX-Züge unterwegs sein. Sie bieten mehr Komfort und Barrierefreiheit. Der angestrebte 15-Minuten Takt wird jedoch erst möglich, wenn die komplette Infrastruktur fertig gestellt sein wird.

Finanzierung

Aufgrund seiner überregionalen Bedeutung ist der RRX ein sogenanntes „Bedarfsplanvorhaben“ und wird im Wesentlichen mit Mitteln des Bundes gefördert. Planung und Realisierung der notwendigen Baumaßnahmen liegen in der Verantwortung der DB Netz AG.

Die Umbauten an Stationen außerhalb der Strecke Dortmund-Köln liegen in der Verantwortung von DB Station&Service und werden mit Mitteln des Landes NRW gefördert.

Die Bestellung und Finanzierung der Betriebsleistung bei den Betreibern - inklusive des Taktes und der Bedienzeiten des RRX - erfolgt durch die Zweckverbände. Sie erhalten dafür Landesmittel.