PFA 2.1: Düsseldorf-Reisholz–Düsseldorf-Wehrhahn

Im Rahmen des Projektes RRX soll die heute vorhandene vier- bzw. in Teilen fünfgleisige Strecke zwischen Düsseldorf-Benrath und Duisburg durchgängig auf sechs Gleise ausgebaut werden. Durch den Ausbau erhalten S-Bahn, Fernverkehr und RRX (Regionalverkehr) zwischen Düsseldorf-Benrath und Duisburg Hbf jeweils durchgängig eigene Gleise. Bisher teilen sich Regionalexpress und Fernverkehr die Gleise, wodurch sie sich im Verspätungsfall behindern und keine Überholungen möglich sind. Durch den Bau der erweiterten Infrastruktur kann in diesem Bereich die Betriebsqualität und die Pünktlichkeit für Fern-, Regional- und S-Bahnverkehr deutlich verbessert werden. 

Geplante Maßnahmen

Zwischen der Kissinger Straße und dem Viernheimer Weg wird auf der Westseite der bestehenden Eisenbahntrasse ein neues Gleis für den RRX errichtet. Das nächstgelegene östliche Gleis, welches heute als Gütergleis verwendet wird, kann durch eine Umverteilung der Verkehre zukünftig als zweites RRX-Gleis genutzt werden. Durch die Erweiterung der Infrastruktur werden Umbaumaßnahmen an den Eisenbahnüberführungen (EÜ) über die Düssel, Karlsruher Straße und Darmstädter Straße erforderlich. Zudem muss der Haustertshofweg im Bereich zwischen der Düssel und der Karlsruher Straße verlegt werden.

Im weiteren Verlauf Richtung Düsseldorf Hbf wird die S-Bahnstrecke der Linie S1 angepasst. Die Rampen werden verkürzt, so dass die S-Bahnlinien S1 und S6 sich zukünftig bis zum Abzweig der S1 zwei Gleise teilen können. Die dadurch frei werdenden zwei Gleise können vom RRX genutzt werden. Hierdurch kann auf den Neubau von zwei zusätzlichen Gleisen und somit auf einen dauerhaften Eingriff in die angrenzenden Privatgrundstücke verzichtet werden. Die Höhenänderung der Gleise erfordert jedoch ein Umbau der EÜ Seeheimer Weg.

In Höhe des Haltepunktes Oberbilk bis zur Emmastraße erfolgt ein Umbau der bestehenden Infrastruktur, zusätzliche Gleise sind in diesem Bereich nicht erforderlich. Durch Verschiebungen bestehender Gleise sind jedoch Anpassungen an den Eisenbahnüberführungen (EÜ) Siegburger Straße und Emmastraße notwendig.

Zwischen der Emmastraße und der EÜ Oberbilker Allee ist wiederrum die Erweiterung der bestehenden Eisenbahntrasse um ein zusätzliches Gleis auf der Westseite, in Richtung Volksgarten, erforderlich.

Ab der EÜ Oberbilker Allee sind lediglich Gleislageanpassungen und der Einbau von Weichen geplant.

Bedingt durch den Ausbau für den RRX muss die stillgelegte Güterzugverbindung zwischen der Abzweigstelle Berg und dem Bahnhof Lierenfeld wieder dauerhaft in Betrieb genommen werden, um vor allem während der Bauzeit die Güterzüge auf dieser Strecke an die Güterzugstrecke anzubinden.

Am Düsseldorfer Hbf hält der RRX zukünftig an Gleis 6/7. Dadurch rücken alle übrigen Bahnsteigbelegungen ein Gleis in Richtung Empfangsgebäude. Damit weiterhin der Verkehr problemlos abgewickelt werden kann, ist der Neubau eines zusätzlichen Bahnsteigs für die Züge der Strecke Wuppertal und Neuss notwendig. Der neue Bahnsteig wird als Hausbahnsteig direkt über eine Treppe an das Empfangsgebäude angebunden. Vom Nordtunnel ist der neue Bahnsteig sowohl per Treppe als auch barrierefrei mittels Aufzug erreichbar.

Um das neue Gleis der RRX-Strecke an die heutige Infrastruktur anzubinden, sind im nordwestlichen Bahnhofskopf, also in Richtung Duisburg, diverse Maßnahmen notwendig. So müssen umfangreiche Umbauten der Weichenverbindungen erfolgen. Darüber hinaus sind der Umbau der EÜ Erkrather Straße und der Neubau eines eingleisigen Kreuzungsbauwerks nötig. Ohne das neue Kreuzungsbauwerk müsste der RRX mehrere Strecken kreuzen und würde so die Ausfahrt in Richtung Duisburg blockieren. Darüber hinaus muss die Anbindung der Strecke von und nach Wuppertal angepasst werden. Die betroffenen Bauwerke sind in der Übersichtskarte (siehe unten) aufgeführt.

Karte mit den Baumaßnahmen im PFA 2.1
Die Baumaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 2.1 im Überblick (für vergrößerte Darstellung auf Karte klicken)
Schallschutzmaßnahmen

Im PFA 2.1 ist eine Kombination aus aktivem und passivem Schallschutz vorgesehen. Als aktive Maßnahmen werden Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von 10,3 Kilometern und einer Höhe zwischen 2 und 6 Metern (in der Regel 4 Meter) sowie das Besonders überwachte Gleis (BüG) auf einer Länge von rund 8,5 Kilometern eingesetzt. Dort, wo aktive Maßnahmen aus tech­nischen, wirtschaftlichen oder auch topografischen Gründen nicht reali­siert werden können oder ihre Wirkung nicht ausreicht, um die gesetzlich vor­geschriebenen Immissionsgrenzwerte vollständig einzuhalten, kommt im PFA 2.1 ergänzend der passive Schall­schutz zum Einsatz. Im PFA 2.1 weisen rund 370 Gebäude dem Grunde nach Anspruch auf passiven Schallschutz auf.