Planfeststellungsabschnitt 6.0: Dortmund

Ausbau und Modernisierung des Knotenbahnhofs Dortmund

Der Dortmunder Hauptbahnhof hat als Knotenbahnhof in Nordrhein-Westfalen große Bedeutung. Hier kreuzen sich die Hauptlinien des Fernverkehrs aus Richtung Wuppertal und dem Ruhrgebiet und treffen auf diverse Nahverkehrslinien. Deshalb wird Dortmund von vielen Fahrgästen als wichtiger Umstiegsbahnhof genutzt. Bereits heute ist der Hauptbahnhof stark ausgelastet. Die geplanten zusätzlichen Zugverbindungen des RRX kann die aktuell vorhandene Infrastruktur nicht mehr aufnehmen. 

Als Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde die DB Netz AG mit der Vorplanung für die vom Rhein-Ruhr-Express benötigte Infrastruktur rund um den Dortmunder Hauptbahnhof beauftragt. Für die jetzt favorisierte Variante wurde in einer Grundlagenermittlung untersucht, welche zusätzliche Infrastruktur für den geplanten Betrieb erforderlich ist. Diese Untersuchungen wurden 2019 abgeschlossen. Die Anpassung der Bahninfrastruktur in diesem Planfeststellungsabschnitt erstreckt sich auf das Gebiet rund um den Dortmunder Hauptbahnhof und weiter in Richtung Osten bis zum Betriebsbahnhof Dortmund, der an der Straße „Im Spähenfelde“ liegt. Frühere, deutlich umfangreichere Planungsvarianten werden nicht mehr weiterverfolgt.

Maßnahmen rund um den Bahnhof

Am Westkopf des Dortmunder Hauptbahnhofs, also in Richtung Bochum, werden neue Weichenverbindungen nötig, um drei parallele Ein- und Ausfahrtmöglichkeiten zu schaffen. Heute sind nur zwei parallele Fahrten möglich, was die Kapazitäten des Bahnhofs stark begrenzt. Im Zuge des Umbaus werden Anpassungen der Gleise, der Leit- und Sicherungstechnik sowie der komplexen Oberleitungsanlage erforderlich.
Ganz ähnlich sieht es am Ostkopf des Bahnhofs, Richtung Lünen/Hamm, aus. Hier müssen einige neue Weichenverbindungen eingebaut werden, um statt derzeit zwei, zukünftig drei parallele Ein- und Ausfahrten zu ermöglichen. Als Folge werden umfangreichere Maßnahmen an der Leit- und Sicherungstechnik und der Oberleitungsanlage erforderlich.

Geplante Baumaßnahmen zwischen Hauptbahnhof und Betriebsbahnhof Spähenfelde

Auf der Strecke zwischen Dortmund Hauptbahnhof bis kurz vor die Eisenbahnüberführung Leuthardstraße wird ein zusätzliches Gleis errichtet. Es soll die Zugverbindungen von und nach Lünen entzerren, um so Kapazitäten für andere Verbindungen von/nach Hamm zu realisieren. Für das weitere Gleis muss die Eisenbahnüberführung Burgtor/Münsterstraße erweitert werden.
Von der Eisenbahnüberführung an der Gronaustraße bis kurz vor dem Betriebsbahnhof wird für die Bereitstellung von Zügen ein neues Gleis gebaut, damit diese reibungslos in die Werkstatt bzw. in die Abstellanlage fahren können. Die Eisenbahnüberführungen über die Gronaustraße sowie über die Oesterholzstraße werden so angepasst, dass sie das zusätzliche Gleis aufnehmen können. Der Bereich „Zinkhütte“ nahe dem Betriebsbahnhof Spähenfelde wird zu einem Wendeplatz für den Rhein-Ruhr-Express umgebaut. Aktuell wird er tageweise für den Güterverkehr genutzt.

Karte mit den Baumaßnahmen im PFA 6.0
Die geplanten Baumaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 6.0 im Überblick (für vergrößerte Darstellung auf Karte klicken)
Schalltechnische Maßnahmen

Die schalltechnische Untersuchung im Planfeststellungsabschnitt Dortmund wird im weiteren Planungsverlauf durch einen unabhängigen Gutachter erstellt. Aufgrund der Schalltechnischen Vorabschätzung steht jedoch bereits heute fest, dass grundsätzlich aktive sowie passive Maßnahmen erforderlich sein werden, um die gesetzlich vorgeschriebenen Immissionsgrenzwerte (16. BImSchV) einhalten zu können. Hierfür kommen als aktive Maßnahmen Schallschutzwände und das Besonders überwachte Gleis in Frage. Für die Gebäude, die dadurch nicht ausreichend geschützt werden können, besteht dem Grunde nach Anspruch auf passiven Schallschutz.

Modernisierung des Bahnhofsgebäudes

Bereits vor Beginn des Ausbaus der Bahninfrastruktur durch die DB Netz AG, wie Gleise, Weichen und Oberleitungen, wird der Bahnhof selbst modernisiert. Die Qualitätsverbesserung für die Reisenden und Kunden steht hier im Fokus: Alle Bahnsteige werden barrierefrei über einen Aufzug sowie über zwei Rolltreppen erreichbar sein. Die Personenunterführung wird von derzeit 9,5 auf 13,5 Meter erweitert. Diese Baumaßnahmen liegen in der Verantwortung der DB Station&Service AG.
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