PFA 6.0: Dortmund

Anpassungen der Infrastruktur zur Abwicklung von mehr Verkehren im Knoten Dortmund

Die Planungen für den Knoten Dortmund befinden sich in einem sehr frühen Stadium. Daher wird im Folgenden nur ein grober Überblick über die Maßnahmen gegeben.

Bereits 2015 wurde eine Vorplanungsvariante für den Knoten Dortmund abgeschlossen. Hier wurde jedoch ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Münster–Lünen als Voraussetzung berücksichtigt. Mit Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) haben sich jedoch die Rahmenbedingungen geändert und die DB Netz AG wurde mit der Planung einer neuen Vorplanungsvariante beauftragt. Der Ausbau der Strecke Münster–Lünen ist nun nicht mehr Bestandteil der Planung. Darüber hinaus wurde die Linienführung des RRX angepasst, sodass es keine direkte Durchbindung über den Ruhrkorridor und Dortmund bis nach Münster gibt. Dies vermeidet eine weitere Zugkreuzung im Ostkopf (Ein- und Ausfahrt in Richtung Hamm/Münster) des Dortmunder Hauptbahnhofs. Es soll jedoch so geplant werden, dass ein späterer weiterer Ausbau noch möglich ist.

Aktuell werden die Grundlagen, wie zum Beispiel die eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung zur Überprüfung des neuen Fahrplankonzeptes für diese Vorplanungsvariante erstellt. Sobald weitere Angaben vorliegen, werden die Ausführungen auf dieser Seite ergänzt.

Die Baumaßnahmen erstrecken sich rund um den Dortmunder Hauptbahnhof und Richtung Osten bis zum Betriebsbahnhof Dortmund. Der Dortmunder Hauptbahnhof ist ein wichtiger Knotenbahnhof in Nordrhein-Westfalen. Hier treffen nicht nur diverse Nahverkehrslinien, sondern auch viele Hauptlinien des Fernverkehrs aufeinander. Der Knotenbahnhof Dortmund ist bereits heute stark ausgelastet und kann in seiner heutigen Form die zusätzlichen Verkehre, die durch den RRX entstehen, nicht abwickeln.

Karte mit den Baumaßnahmen im PFA 6.0
Die Baumaßnahmen im Planfeststellungsabschnitt 6.0 im Überblick (für vergrößerte Darstellung auf Karte klicken)
Maßnahmen am Westkopf des Hbf Dortund

Am Westkopf des Dortmunder Hauptbahnhofs, also der Ein- bzw. Ausfahrt in Richtung Bochum, werden neue Weichenverbindungen nötig, um drei parallele Ein- und Ausfahrtmöglichkeiten aus bzw. in den Hauptbahnhof Dortmund zu schaffen. Heute sind nur zwei parallele Fahrten möglich, was die Kapazitäten begrenzt. Zudem sind kleinere Anpassungen an der Strecke in Richtung Witten und an der Strecke in Richtung Gelsenkirchen nötig. Durch die Anpassungen im Gleisbereich werden ebenfalls Maßnahmen im Bereich der Oberleitungsanlage erforderlich, welche sich durch den komplexen Aufbau der Oberleitungsanlagen über einen größeren Bereich erstrecken.

Maßnahmen am Ostkopf des Hbf Dortmund

Analog zum Westkopf werden auch hier einige neue Weichenverbindungen eingebaut, um drei parallele Ein- und Ausfahrten zu realisieren. Auch hier sind heute nur zwei parallele Fahrten möglich. Es werden ebenfalls umfangreichere Maßnahmen an der Oberleitungsanlage erforderlich.

Weitere Maßnahmen zwischen Hbf Dortmund und Betriebsbahnhof

Die Vorplanungsvariante aus dem Jahr 2015 sah in diesem Bereich umfangreichere Umbaumaßnahmen vor. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen wurde die DB Netz AG mit der Planung einer neuen Vorplanungsvariante beauftragt. Aktuell wird gerade der Anpassungsumfang in diesem Bereich ermittelt, die neu zu planenden Maßnahmen werden jedoch wahrscheinlich geringer ausfallen.

 

Maßnahmen am Hbf Dortmund

Auch der Hauptbahnhof selbst wird modernisiert. Ein Schwerpunkt der Arbeiten im Dortmunder Hauptbahnhof sind Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung für die Reisenden und Kunden. Jeder Bahnsteig wird barrierefrei über einen Aufzug sowie über zwei Fahrtreppen erreichbar sein. In diesem Zusammenhang wird auch die Personenunterführung von derzeit 9,5 auf 13,5 Meter erweitert. Für die Realisierung der Maßnahmen im Bereich der Verkehrsstation ist die DB Station&Service AG verantwortlich. Infos hierzu finden Sie auch unter www.1von150.de/dortmund/.

Schallschutzmaßnahmen

Die schalltechnische Untersuchung im PFA 6.0 wird im weiteren Planungsverlauf durch einen unabhängigen Gutachter erstellt.

Aufgrund der Schalltechnischen Vorabschätzung steht jedoch bereits fest, dass grundsätzlich aktive sowie passive Maßnahmen erforderlich sein werden, um die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV einhalten zu können. Hierfür kommen als aktive Maßnahmen Schallschutzwände und das BüG in Frage. Für die Gebäude, die dadurch nicht ausreichend geschützt werden können, besteht dem Grunde nach Anspruch auf passiven Schallschutz.